Norilsk: russische Melancholie für 175 000 heldenhafte Bewohner

Wahre Schönheit liegt im Auge des Betrachters oder kommt von innen, heißt es doch immer mal wieder, wenn die äußere Hülle eher suboptimal daher kommt.

Diese Sprichwörter sind wahrscheinlich der letzte Strohhalm für die Stadt, der wir heute einen Beitrag widmen. Hier treffen osteuropäische Plattenbaukultur, Gulak und ewiger Winter aufeinander.

 

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Dagegen wirkt Tschernobyl wie eine Wohlfühloase. Gut, wir wollen nicht gänzlich übertreiben, doch ein wenig Mitleid verspüren wir durchaus mit den Bewohnern der russischen Stadt Norilsk.

Es war mal wieder Zeit, unseren vielen Design – und Glamour-Themen einen Kontrast entgegen zu stellen und da bietet sich kaum etwas besser an, als die nördlichste Großstadt der Welt.

 

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Norilsk steht zum einen für extreme Verschmutzung und gleichzeitig auch für Reichtum.

Der resultiert aus dem Abbau von Nickel. Dazu gesellen sich noch illustre Metalle wie Kupfer, Platin oder Palladium, die sich in dieser menschenfeindlichen Umgebung irgendwann gebildet haben.

 

Hier findet ihr hochwertige Druck-Motive zu Norisls und Russland

 

Auf eine gewisse Art ist das auch positiv, denn ansonsten befänden sich jetzt vielleicht in der Toskana oder im Schwarzwald solche Melancholie verursachenden Anblicke.

 

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Die außerordentlich hohen Löhne sind der einzige Grund, weshalb die Stadt überhaupt Bewohner bzw. Arbeiter beheimatet.

Der Großteil der Gewinne fließt selbstverständlich an die Betreiber selbst, die sich dann im perfekten Oligarchen-Stil mit einem Fußballclub schmücken oder beim Wettkampf um die längste Yacht der Welt aktiv mitmischen.

 

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Haben wir schon erwähnt, dass Norilsk mit einem halben Jahr Dunkelheit in seinen Bann zieht und zudem 9 Monate feste Schneedecke bietet?

Vor der Gründung war die Stadt tatsächlich ein Straflager, mit über 90 000 Gefangenen, das vom wohl größten Massenmörder aller Zeiten initiiert wurde.

Nach der Stalin-Zeit wurde es zur Stadt umfunktioniert, die inzwischen sogar mit einigen Optionen zur kulturellen Betätigung aufwarten kann. Sämtliche Lebensmittel und täglich benötigte Produkte müssen angeliefert werden und das mit dem Flugzeug, denn eine Straße führt nicht nach Norilsk.

 

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Weil wir einmal uns einmal der russischen Einöde widmen, soll auch die spannende Mirny Diamanten Mine noch eine Plattform erhalten. Sie begeistert mit ihren unglaublichen Ausmaßen und passt stilistisch optimal zur norilsken Attitüde.

Wenn ihr also demnächst mal wieder einen Russland-Ausflug plant, der die typischen Sehenswürdigkeiten außen vor lässt, zu Gunsten einer abenteuerlichen Entdeckungstour in die abgelegendsten Siedlungen der Zivilisation, dann nutzt doch am besten unseren Artikel als Quelle der Inspiration.

 

Die Fotos im Beitrag stammen von glamgrid.com und amusingplanet.com

 

 

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